Erfrischung
Klar, das man den Eindruck hat, wenn man
aus der Saunakabine kommt, daß jetzt ein Sprung in eiskaltes Wasser sehr
erfrischen wäre. Bei verschiedenen Aufgußzeremonien werden Eisstückchen
verteilt, die ebenso den Eindruck hinterlassen, zu erfrischen. Diese
Gefühl ist aber trügerisch.
In der Entwicklung des Menschen wurde
sein Körper so gebaut, daß er sehr feinfühlig auf äußere Reize
reagiert. Mal mehr (z.B. Fingerkuppen) mal weniger (z.B. Oberschenkel).
Das Innere wurde stark vernachlässigt. Haben Sie schon mal Bauchweh
gehabt? Wie präzise konnten Sie genau den Ort des Schmerzes lokalisieren?
Ich gebe Ihnen ein Getränk, das zuvor
erwärmt wurde. Sagen Sie mir, wenn Sie es im Magen haben, ob es lauwarm,
warm oder heiß ist. Jetzt dürfen Sie den Finger mal in die Tasse halten
und ...?
Erfrischend wirkt bei uns nach dem Gang
in die Schwitzkammer wenn wir die überschüssige wärme wieder los werden.
Und so paradox es klingen mag, hier ist das Fußwärmbad eine große Hilfe.
Zunächst, in der Sauna, lädt sich
unser Körper wie eine Batterie mit Wärme auf. Wenn wir nun aus der
Kabine kommen, gehen wir zunächst an die frische Luft, um dort unsere
Atemweg abzukühlen. Hier bringen wir das erste mal "Kälte" in
unseren Körper. Anschließend duschen wir uns kalt ab und nutzen, so dem
nichts entgegenspricht, das Tauchbecken, aber nur kurz. Jetzt haben wir
zwar ein Gefühl der Erfrischung durch die prickelnde Kälte auf unserer
Haut, dies ist aber trügerisch. Im Inneren haben wir noch reichlich Hitze
gespeichert, die sich, wenn wir sie nicht bald austreiben, durch
Schlappheit und Nachschwitzen bemerkbar macht. Durch die
Kaltwasseranwendungen hat unsere Haut die Meldung kalt bekommen, und die
Gefäße eng gestellt. Dies bewirkt eine verminderte Durchblutung, die ja
für den Wärmetransport von innen nach außen verantwortlich ist. Damit
die Gefäße wieder weit gestellt werden, nutzen wir einen reflektorischen
Reiz. Wir brauchen nur unsere Füße in warmes Wasser zu stellen, und alle
Gefäße werden weit gestellt, als ob der ganze Körper im warmen Wasser
wäre. Falls wir uns bis hierher noch nicht abgetrocknet haben, können
wir jetzt beinahe zuschauen, wie das Wasser auf unsere Haut durch die nun
nach außen transportierte Wärme verschwindet. Wer sich nun wirklich noch
eine nachhaltige Erfrischung gönnen möchte, geht noch mal kurz ins
Tauchbecken und wiederholt das Fußwärmbad. Danach sind Sie garantiert
munter.
Gefahren in der Sauna
Es gibt einige Punkte, die man unbedingt in der Sauna beachten muß, will
man keinen Schaden erleiden.
Zum Ersten empfiehlt es sich, unbedingt
Badeschlappen zu tragen. Zum einen wegen der Fußpilzgefahr und zum
anderen wegen der Wasserglätte. (Bitte darauf achten, daß die Schlappen
wirklich rutschsicher sind, ich habe schon die Erfahrung gemacht, daß
abgelaufene und/oder bestimmte Profile eher die Rutschgefahr verschärfen!)
Einem Urteil zu folge haftet der
Betreiber einer Sauna nicht (!) wenn ein Gast an einer Stelle verunglückt,
an der üblicherweise mit Wasserglätte zu rechnen ist. Der Tenor der mir
bekannten Rechtsprechung geht dahin, das Saunanutzer im Allgemeinen mit
den Gefahren vertraut sind und sich entsprechend zu verhalten haben.
Ein weiterer Gefahrenpunkt ist der
Saunaofen. Das man hier nichts drauf oder dran stellt bzw. hängt, z.B.
ein Handtuch zum Trocknen, versteht sich wohl von selbst. Zum einen wird
im Saunaraum durch feuchte Tücher das Klima erheblich verschlechtert, zum
anderen steigt die Brandgefahr enorm. Hier einzuordnen sind auch Aufgüsse
in Gemeinschaftsanlagen, die nur dem Personal vorbehalten sein sollen. An
Aufgußmittel werden bestimmte hohe Anforderungen gestellt, die nur bei
entsprechender Sachkunde erfüllt werden können. Deshalb sind nur
bestimmt Aufgussmittel nach den Angaben der Hersteller zu verwenden.
Eigene Mittel können sich statt mit Wohlgeruch mit einer Stichflamme
verabschieden, die für die mitbadenden Gäste nicht besonders bekömmlich
ist, wenn sie es denn überleben! Auch Verunreinigung der Luft und der
Ofensteine durch Verbrennungsrückstände können die Saunafreuden trüben.
Deshalb:
Gute Saunaschlappen und den Aufguß dem
Personal überlassen!
Die Sauna ein Heißluftbad?
Leider wird dies meist so gesehen. Sauna
ist in Wirklichkeit ein Wechselbad. Selbstverständlich ist die
Saunakabine mit ihrem Ofen und dem ihr eigenen Klima ein trockenes Heißluftbad.
Aber daraus besteht nicht der ganze Saunagang. Saunieren heißt, sich
aufheizen und gezielt abkühlen. Leider kommt bei den meisten
Saunabadenden die richtige Form der Abkühlung zu kurz. Und Neulinge
meinen mit einem Absitzen der Zeit in der Saunakammer wäre alles erledigt.
Das dies nicht so ist, davon zeugen die Schweißtropfen, die so einige
Saunagäste beim Verlassen der Anlage wieder auf der Stirn zeigen. Jeder,
der sich ein bißchen auskennt, kennt den häufigsten Grund: nicht richtig
abgekühlt! Wer so ins Freie tritt, ist ein ernsthafter Kandidat für eine
Erkältung. Und das trotz SAUNA.
Sauna - Erinnerung an das Paradies?
Kürzlich habe ich einen Bericht über das Verhältnis des Menschen zu
Wärme und Kälte gelesen. Darin wurde ausgeführt, das der Mensch
entwicklungsgeschichtlich für die warmen Abschnitte der Welt geschaffen
ist. Er könne im Gegensatz zu bestimmten Tieren gut schwitzen, was uns ja
auch immer wieder durch die hervorragende Wärmeabwehr in der Sauna vor
Augen geführt wird. Dies hat mich zu den folgenden Überlegungen gebracht.
Im Paradies herrschte Nacktheit, die haben wir auch in der Sauna. Folglich
war es dort schön warm, dies haben wir auch in der Sauna. Mit Paradies
verbinde ich eine gehobene ruhige Stimmung, wie in der Sauna. Und wo finde
ich sonst so eine paradiesische Ruhe? Wo kann ich mich besser entspannen,
wo fällt aller Alltag von mir ab, und ich kann nur ich selbst sein,
einfach sein. Hier bin ich gezwungen (nicht wirklich!) alle
Aktivitäten für eine Zeit einzustellen und kann mich wieder auf mich
selbst besinnen. Hier bin ich mein eigener Mittelpunkt, ohne dafür
egoistisch geheißen zu werden. Mein WorkOut, mein Berufsstress, meine
Familienprobleme, alle meine kleinen und großen Sorgen lösen sich in
diesen Minuten im Schweiß auf, und laufen von mir ab. Hier kann ich
durchatmen und freue mich schon auf das eiskalte Wasser, daß mich
Reaktionen am Körper spüren läßt, die eine wohl behütende Kleidung
und Heizungs- und Klimaanlagen vergessen lassen.
So muß es im Paradies gewesen sein, Geist und Körper kommen hier in
einen wunderbaren Einklang. Man muß ihn nur lassen....
Sauna und Erkältung
Der regelmäßige Besuch der Sauna soll vor banalen Infekten schützen.
Dies erreicht die Sauna auch durch eine Stärkung der Abwehrkräfte bei
den meisten regelmäßigen Saunagängern. Saunagänger geben immer wieder
an, nicht mehr oder weniger häufig bzw. nicht mehr so stark an einer
Erkältung zu erkranken. Wer meint, mit ein oder zwei mal Sauna sei er vor
Erkältungskrankheiten geschützt, der irrt. Wie Studien immer wieder
beweisen, muß man mindestens sechs Monate lang regelmäßig, das heißt,
einmal in der Woche drei Gänge, die Sauna nutzen, um die Abwehrlage zu
stärken. Und dies dann beibehalten, sowohl winter- wie auch sommertags.
Wer unregelmäßig von der Sauna Gebrauch macht, verschenkt eine große
Chance für seine Gesundheit.
Hat es aber einen erwischt, ist die Sauna tabu. Zwar sagt ein
finnisches Sprichwort, wer in die Sauna gehen kann, kann in die Sauna
gehen, doch sollte man dies hier nicht anwenden.
Der Körper ist so mit der Abwehr der Krankheit beschäftigt, das ein
Saunabad aufgrund seiner vielfältigen tiefgreifenden Einflüsse auf den
menschlichen Körper in diesem Moment einen unnützen Stress bedeuten
würde. Dies kann sogar soweit führen, das die Erkältung noch schlimmer
wird.
Abgesehen davon sind schniefende und hustende Saunagäste in einer
Gemeinschaftsanlage nicht gerade eine Bereicherung.
|
Die Sauna ist nicht zum
Aufwärmen
„Jetzt schnell in die Sauna .... (.. und dort aufwärmen)", denken
die meisten, wenn jetzt die kalte Jahreszeit kommt und man zum ersten mal
so richtig durchgefroren ist.
Wer so handelt, darf sich nicht wundern, wenn ihm das Saunabad nicht
bekommt. So wie es schon bei Pfarrer Kneipp heißt: „Niemand wage es,
bei Kältegefühl, Frösteln usf. irgendeine kalte Anwendung vorzunehmen,
wenn dies an der betreffenden Stelle nicht extra erlaubt ist!" Gilt
hier: Hitzeanwendung ebenfalls nur bei erwärmten Körper.
Sollten Sie durchgefroren in die Sauna kommen, akklimatisieren Sie sich
erst. Lassen Sie sich ausreichend Zeit, trinken Sie was Warmes. Sollte
nach der warmen Dusche immer noch ein Kältegefühl vorhanden sein, nehmen
Sie ruhig ein Fußwärmbad. Jetzt jedoch nicht um die Hitze aus dem
Körper zu treiben, sondern um ihn auf die Hitze vorzubereiten. Wenn Sie
dann Ihre normale Betriebstemperatur haben, steht dem gewohnten
Ablauf des Saunabades nichts mehr im Weg.
Warum Fußwärmbäder?
Wie oft sieht man verwaiste Fußwärmbäder?
Da schwitzen die "Profi's" wie verrückt, machen abenteuerliche
Kaltwasseranwendungen, vom längeren verharren in dem Tauchbecken wollen
wir erst garnicht sprechen, und doch sind sie danach geschafft und nicht
erfrischt und - - - haben die Hitze immer noch im Körper.
Zum richtigen intensivem Abkühlen nutzt
man die Fußwärmbäder!
Nach dem man an der frischen Luft war,
um seine Atemwege zu kühlen und Sauerstoff zu tanken, macht man seine
Kaltwasseranwendung. Diese bewirkt eine Kühlung der Haut mit der
entsprechenden Reaktion der Gefäßverengung, dadurch fließt nun aber
auch in der Haut weniger Blut. Nun hat sich in der Sauna ja nicht nur
allein die Haut erwärmt, nein der ganze Körperkern ist
wie ein Akku mit Wärme aufgeladen, und diese muß auch raus. Dies können
wir elegant mit den Fußwärmbädern erreichen. Wir nutzen dabei einen
Reflex. Dadurch das wir die Füß knöchelhoch in ca. 40° C warmes Wasser
stellen, reagiert der Körper so, als ob man ganz von dieser Wärme
umgeben ist und er erweiter die Hautgefäße wieder. Die nun wieder
vermehrt vom Blut durchfloßene Haut kan von diesem die Wärme reichlicher
aufnehmen und nach außen abgeben.
Dabei kann man zuschauen. Wenn man sich nach der Kaltwasseranwendung nicht
gründlich abtrocknet, sondern naß oder feucht und unbekleidet das Fußwärmbad
durchführt, sieht man, wie die Haut schnell von selbst trocken wird. Die
nach außen gebrachte Wärme sorgt für die zügige Verdunstung des
Feuchtigkeitsfilms. Daraus erkennt man, daß man sich zum Fußwärmbad
nicht in den Bademantel wickeln soll, weil hierdurch die Wärmeabgabe ja
wieder erschwert wird. Aber vorsicht vor Zugluft.
Und keine Wechselbäder, die haben
hierbei nichts zu suchen!
La talassoterapia è una metodica terapeutica, divulgata
nel 1700 dal medico inglese Richard Russel, che si basa sull'utilizzazione
di tutti gli agenti naturali che provengono da un luogo di mare: l'acqua
marina (ad esempio per immergervisi, come avviene nella balneoterapia), il
clima, la sabbia, le alghe, i fanghi di mare. Come funziona la
talassoterapia: i pori della pelle, a contatto con l'acqua di mare, si
dilatano e permettono così il passaggio dei preziosi oligoelementi che
lentamente vengono liberati nel sistema sanguigno correggendo gli
squilibri. Le alghe di mare, con il loro risaputo potere antibiotico,
batteriostatico e antivirale, fanno il resto.
Il primo centro termale marino sorse a Viareggio attorno
al 1850; seguono Livorno (1859), San Benedetto del Tronto (1865), Riccione
(1866), Porto d’Anzio (1867), Palermo (1874). Tra il 1870 e il 1890
nascono i più prestigiosi stabilimenti dell'Alto Adriatico, quelli del
Lido di Venezia e di Grado, e nel 1910 viene fondato l'Osservatorio per lo
studio della Climato-talassoterapia, sulla spiaggia di Venezia. Notevole
fu il contributo della Francia nello sviluppo della talassoterapia.
|
Cool-Down-Tipps:
Sportler sollten jedoch darauf achten, daß zwischen der
aktiven Betätigung und dem Saunagang der Puls und der Kreislauf wieder
zur Ruhe gekommen sind. Also etwa eine Stunde Pause vor dem Saunagang.
Auch sollte nicht unmittelbar vor einem Wettkampf die Sauna benutzt werden.
Das besondere "Gefühl danach",
entspannt, vital und wie neugeboren, wird erst durch die richtige
Kalt-Anwendung nach dem Saunagang erreicht. Wer sich davor drückt oder
nur lauwarm duscht, bringt sich um den eigentlichen Sauna-Effekt.
Hier unsere Cool-Down-Tipps:
- Gönnen Sie Ihrem Körper frische Luft und suchen Sie den
Freibereich der Sauna auf.
- Halten Sie Ihre Muskeln in Bewegung und gehen Sie auf und ab.
- Kühlen Sie Ihren Körper mit kaltem Wasser aus dem Wasserschlauch.
Wichtig ist die Richtung des kühlenden Wasserstrahls immer zum Herzen
hin. Beginnen Sie deshalb bei den Füßen und führen Sie den
Wasserstrahl langsam aufwärts zur Leiste. Dann kühlen Sie die Arme
von den Händen bis zur Schulter. Beginnen Sie mit dem rechten Bein/Arm
außen, dann innen.
- Kalte Dusche oder Wasserstrahl aus der Schwallbrause (Ganzkörperguss).
- Für Geübte (ohne Bluthochdruck): Einsteigen ins Tauchbecken, dabei
ruhig durchatmen (10 Sekunden reichen). Duschen Sie vorher aus
hygienischen Gründen!
- Im Anschluss an die Abkühlung entspannt ein warmes, knöchelhohes
Fußbad bei ungefähr 40 Grad Celsius die Gefäße.
Achtung: Kühlen Sie genügend ab. Zu starkes Nachschwitzen birgt
Erkältungsgefahren!
Das lauwarme Schwimmbecken ist keine Alternative zum kalten Tauchbecken:
Die Atemwege kühlen so nicht genug ab, die positive Wirkung stellt sich
nicht ein.
Nach dem Saunagang sollten Raucher rund 20 Minuten lang auf Zigaretten
verzichten. Durch die erweiterten Gefäße werden Schadstoffe stärker
aufgenommen.
Warum muß man nackt in die Sauna?
Für viele stellt sich diese Frage, weil
sie Probleme damit haben, sich vor anderen Personen nackt zu zeigen. Das
kann in der Erziehung liegen oder andere Gründe haben.
Leider wird auch oft Sauna mit FKK und
Sexclub gleichgestellt. Nur weil hier Leute nackt zusammensitzen und
schwitzen, dichtet die Phantasie Vieler hier etwas herein, was absolut
nicht richtig ist. Ok, die Sauna ist keine Kirche, aber für die Finnen
ist sie trotzdem ein heiliger Ort.
Das Ablegen der Kleider an sich ist
bereits eine erste Handlung zur Entspannung! In unserem
Kulturkreis wird mit der Kleidung versucht, einen gewissen Eindruck,
eine Rangordnung, herzustellen. Wie entspannend ist es schon, sich
in der Umkleide diesen Zwanges zu entheben.
Exkurs: An dieser Stelle möchte ich
daher mal zur Beobachtung auffordern. Schauen Sie sich mal Saunaneulinge
an, die unsicher und schamvoll versuchen in Badebekleidung am Schwitzgang
teilzunehmen. Ist das Entspannung? Das ja nicht das Handtuch verrutscht,
das schamhafte Bedecken bestimmter Körperstellen und beobachten, was die
anderen Gäste machen? Wer sich selber so unter Druck setzt, kann
nicht mehr davon sprechen, die Seele baumeln zu lassen.
So kann man sagen, das Entkleiden ist
bereits der erste Schritt in eine andere Welt. Man lässt mit der Kleidung
voller Straßenstaub den Alltag mit seinen Problemen und Sorgen hinter
sich.
Ich denke, man kann hier ohne Weiteres
davon sprechen, eine rituelle Handlung zu vollziehen, um in eine
ausgeglichene Grundstimmung zu kommen.
Natürlich läuft man dann in der
Saunaanlage im Bademantel umher oder wickelt sich ein großes Saunatuch um
den Leib. Hier ist auch schon mal der Unterschied zum FKK. Bei dem FKK
will man fast überall nackt sein, in der Sauna muss man nur bei wenigen
Aktionen nackt sein.
Bis heute haben Weiblein Männlein angeschaut und
Männlein Weiblein und, und ,und.. und bisher sind alle noch
komplett wieder nach Hause gegangen. Mal ehrlich, im Straßencafe wird
mehr geschaut als in der Sauna. Da werden die Sitzplätze geradezu nach
strategischen Überlegungen gewählt. In der Sauna ist dies schlecht
möglich, da man die Bänke nicht umstellen kann. Auch lädt das
Halbdunkel in der Kabine eher zum Dösen und Träumen ein.
Dies könnte man als die psychischen
Gründe nehmen, warum man unbekleidet Saunabaden soll. Das Befreien den
Körpers, von allem, was Status bedeuten kann, um mit den andern einfach
gleich zu sein.
Schauen wir uns nun die körperlichen
Auswirkungen an.
Das Ziel in der Saunakabine ist, den
Körper aufzuheizen, um ihn im Anschluss daran abzukühlen.
Die Wärme hat drei Möglichkeiten in
unseren Körper zu gelangen:
a) durch
Kontakt, also über die Sitzfläche und die Rückenlehne
b) durch
Übertragung, also durch die Heiße Luft und
c) durch
Strahlung, also durch das Infrarot der Wände, der Deck und des Ofens.
Wenn wir uns z. B. nun in ein Saunatuch
einwickeln, nehmen wir b) und c) schon man die Chance, uns an den
bedeckten Stellen zu erwärmen. Damit wird erst einmal die
Verweilzeit theoretisch länger. Das stimmt aber nicht, wie wir
gleich sehen werden.
Unser Körper ist so gebaut, eine
bestimmte Körperkerntemperatur zu halten. Also schaltet er in der Sauna
um, auf Wärmeabwehr. Hierzu setzt er die über 2 Mio. Schweißdrüsen in
Gang.
Nun lautet ein Spruch; jeder sichtbare
Schweißtropfen ist verlorener Schweiß! Wie funktioniert nun die Kühlung
der Körpers? Die Schweißdrüsen bringen mehr oder weniger Schweiß an
die Körperoberfläche. Dort soll er mit der Verdunstungskühlung der Haut
die Wärme entziehen. Damit die Kühlung also funktioniert muss der Schweiß
verdunsten können! Ist aber eine Körperstelle bedeckt, so hat er dort
nicht die Chance eine Kühlung hervorzurufen. Gleichsam strahlt auch der
menschliche Körper Wärme ab, die nun nur bis zum Stoff kommt und dort
wieder mehr oder weniger reflektiert wird. Egal wie groß oder klein nun
die bedeckte Stelle ist, an ihr herrschen ungesunde tropische
Verhältnisse. Eine feuchtwarme Schwüle! Von Kühlung keine Spur!
Nun kann man noch die Frage stellen, was
bedeckt dort den Körper? Synthetik? Andere Stoffe? Wie verhält sich der
Stoff (und die darin enthalte Chemie) in der Wärme und in Verbindung mit
dem Schweiß? Das gilt aber nicht nur für die Saunakabine selbst.
Hinterher geht es weiter. Solch ein feuchtwarmes Klima, wie es unter dem
Stoffe herrscht, ist ein hervorragender Tummelplatz für Bakterien und
Pilze. Grade im Vaginalbereich der Frauen könnte das zu Problemen führen.
Die andern Saunagäste sind auch
bestimmt nicht erfreut, wenn solche Wäschestücke dann im Anschluss im
Tauchbecken oder im Schwimmbad „gewaschen“ werden.
Wird dann Badebekleidung weiter auf der
Haut getragen, entsteht der Effekt, den jeder vom Strandbad her
kennt. Das Wasser verdunstet jetzt teilweise an der Luft und die
Hautbezirke darunter unterkühlen. Natürlich auch im dafür
besonders anfälligen Unterleibsbereich.
Schlussfolgerung: In unserem
Kulturkreis nackt in die Sauna? JA!
Es gibt mehr Gründe die dafür sprechen,
die Sauna nackt zu nutzen, als mit Badewäsche oder in ein Saunatuch
gewickelt oder beides. Wer es dennoch tut, sollte sich der gesundheitlich
möglichen Folgen bewusst sein. Und dann sind da auch noch die anderen
Saunagäste, die es als einen empfindlichen Angriff auf ihre kollektive
Nacktheit und Gleichheit betrachten und solche Saunanutzer kaum zu
Freunden haben wollen. Hier reicht dann die Palette von demonstrativem
darüber hinwegsehen bis zu aggressiven Äußerungen.
Abgesehen davon steht sowieso in so gut
wie allen Hausordnungen der Saunabetriebe, das der Saunabereich
Nacktbereich ist und damit ist jede Diskussion überflüssig.
|